Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim TSV Ettlingen

FSJ Bericht

von Lara Hurle - FSJ'lerin 2012/2013 beim TSV Ettlingen


Hallo zusammen

Im Laufe des letztens Jahres habe ich sehr viele neue Erfahrungen gesammelt. Sei es eine Turnstunde vorzubereiten und dann auch durchzuführen, beim Basketballtraining dabei zu sein und den/die Trainer zu unterstützen, Kinder zu betreuen, während deren Mamis bei der Gymnastik aktiv sind, wie das Leben in einem Verein funktioniert, wie dieser organisiert ist und vieles mehr…

Das Jahr, von dem ich hier spreche, ging von September 2012 bis einschließlich August 2013.
In diesen 12 Monaten war ich die FSJ’lerin des TSV Ettlingen.
Ich heiße Lara, bin inzwischen 20 Jahre alt, und was ich ganz klar sagen kann: Das FSJ hat mir geholfen meine Entscheidung bezüglich meines Studiums zu verfestigen und zu fällen.

Im Folgenden möchte ich nun einmal aufzeigen, was euch als FSJ’ler/in beim TSV Ettlingen erwartet. Ich habe daher einen meiner Wochenpläne für euch zusammengestellt und werde auf die einzelnen Stunden näher eingehen. Vorneweg: Dieser Wochenplan ist nur ein Beispiel. Er kann sich von Jahr zu Jahr ändern, da der Verein vielleicht andere Hallenzeiten zur Verfügung gestellt bekommt oder ein anderes, erweitertes Programm zu bieten hat. Oder ihr wechselt im Laufe des Jahres die Gruppen, es kommt noch ein Basketballtraining dazu oder fällt weg… oder, oder, oder… Auch werden die Kooperationen Einfluss auf die Wochengestaltung nehmen.

Meine Woche in meinem FSJ-Jahr hat montagmorgens um 8:30 Uhr begonnen. Nun fragt ihr euch, wieso nicht erst um 9:00 Uhr wie es auf dem Plan steht?! Das liegt daran, dass zu den Anfangszeiten, die ich auf den Plan geschrieben habe, die einzelnen Stunden beginnen. Ihr als Übungsleiter oder Unterstützung müsst immer früher da sein. Sei es um Geräte aufzubauen, Bälle aufzupumpen, die Halle früher aufzuschließen, damit sich die Teilnehmer auch rechtzeitig umziehen können, oder um sich mit den „Kollegen“ abzusprechen.

Im Kleinkindturnen, auch Mutter/Vater-Kind-Turnen genannt, seid ihr als Unterstützung tätig. Ihr helft der Übungsleiterin bei der Durchführung der Spiele, gebt Hilfestellung an Geräten oder plant auch mal selber einige Bestandteile der Stunde. Gleich im Anschluss findet dann die Kinderbetreuung während der Fitness-Gymnastikstunde statt. Dort nehmen auch Mütter vom Kleinkindturnen teil. In dieser Zeit seid ihr dann dafür zuständig auf die Kleinen aufzupassen, mit ihnen zu spielen, etwas vorzulesen oder einfach da zu sein, damit die Mamis ganz entspannt an der Gymnastikstunde teilnehmen können. Weiter geht es dann mit einer Gruppe von Senioren/ Seniorinnen, die ihr Gleichgewicht schulen, ihre Beweglichkeit erhalten und fit bleiben wollen. Bei dieser Stunde ist es eure Aufgabe, der Leiterin zur Hand zu gehen und hauptsächlich Hilfestellung zu leisten.

Mittags geht’s dann in den Kindergarten Regenbogen, mit dem der TSV eine Kooperation hat. Ihr seid dort einmal in der Woche für ca. eine Stunde und macht mit den Vorschulkindern Sport. Seit 2012 gibt es ein Sportprogramm zur Förderung der Selbstregulation von Kindern, dieses nennt sich PFiFF. Ihr führt diese Stunde mit einer Erzieherin durch und achtet dabei darauf, die Selbstregulation der Kinder zu schulen. Damit ihr wisst, wie ihr das erreichen könnt, gibt es dafür ein Seminar, an dem ihr teilnehmt. Dort erfahrt ihr alles Wichtige zu diesem Thema.

Weiter geht’s mit den Basketballtrainings. Bei den verschiedenen Trainingseinheiten war ich immer als Helferin aktiv, ich habe die Trainer bei Übungen unterstützt, mir zu bestimmten Aufgabengebieten selbst welche überlegt und diese dann auch durchgeführt, teilweise habe ich auch selber mittrainiert.

Dienstagvormittags und mittwochs hatte ich „frei“. In dem Sinne frei, als dass ich keine festen Stunden hatte. Diese freie Zeit habe ich dann als Vorbereitungszeit genutzt. So konnte ich mir zum Beispiel Übungen oder Geräte fürs Basketball, die Kinderturnstunden und für die Kooperationen überlegen, oder auch mal sonstiges erledigen was gerade anfällt.

Dienstagmittags findet eine der Kinderturnstunden statt. Ihr habt in der Woche viermal Kinderturnen. Zwei Gruppen sind für Kinder von 3 - 5, eine von 5 - 7 und eine von 7 - 10 Jahren. Eine Kinderturnstunde beim TSV besteht meistens aus einem Anfangslied und -spiel, dann geht es weiter zu den Geräten und zum Abschluss gibt es nochmal ein gemeinsames Spiel. Eure Aufgabe ist es zum Beispiel euch die Geräte, die aufgebaut werden, zu überlegen und so immer eine breite Auswahl an Übungen zusammenzustellen. Auch dürft ihr euch verschiedene Spiele ausdenken, vorbereiten und dazu recherchieren. Während der Stunde seid ihr dafür zuständig Spiele anzuleiten und Hilfestellung bei den einzelnen Turngeräten zu geben.
Keine Panik, das hört sich vielleicht jetzt viel und stressig an, aber ihr seid nie alleine in einer Turnstunde, ihr seid ein Teil vom KinderTurnTeam und habt damit immer Helfer. Natürlich kann es auch mit drei oder vier Übungsleitern mal stressig werden, aber es macht immer eine Menge Spaß mit den Kindern zusammen :-)

Der TSV hat neben dem Kindergarten Regenbogen noch weitere Kooperationen.
Zum einen mit dem AMG, dem Albertus-Magnus-Gymnasium. Dort seid ihr einmal in der Woche und seid als Entlastung der Sportlehrer im Sportunterricht tätig. Innerhalb des Jahres könnt ihr auch die Klassenstufen wechseln und somit bekommt ihr auch viele Einblicke, wie verschiedene Lehrer ihren Unterricht gestalten. Diese Kooperation gibt euch die Möglichkeit zu einem Einblick in den Lehrerberuf, in dem ihr den Sportlehrern über die Schultern schaut, sie unterstützt und auch selber mal eine Stunde anleiten könnt.
Zum anderen gibt es die Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Grundschule in Bruchhausen. Auch hier seid ihr einmal in der Woche. Ich war bei drei Klassen dabei und habe auch hier dem Lehrer manche Übungen abgenommen, war als Hilfestellung tätig, wenn Turnen auf dem Plan stand, und durfte auch selber mir Spiele, Übungen überlegen und sogar auch mal eine Unterrichtsstunde halten.

Freitagmittags findet dann noch eine Ball-Spiel-Gruppe statt. Hier geht ihr der Jugendleiterin zur Hand. Wie der Name schon sagt, wird hier sehr viel mit dem Ball gemacht. Sei es Hockey, Handball, Basketball, mit den Softbällen, Volleybällen… In dieser Gruppe geht es darum, den Kindern verschiedene Ballsportarten näher zu bringen.

Weiter geht es im Anschluss mit dem Mini-Basketball. Wie hier der Name schon verrät, geht es um Basketball. Die Kinder, die in dieser Gruppe sind, sind U10 (unter 10 Jahre alt). Wir bringen ihnen das Dribbeln bei, die Wurfhaltung, die Regeln, wie ein Spiel funktioniert und wenden dieses Erlernte dann natürlich auch immer wieder in einem kleinen Basketballspiel an.

Auch bietet der TSV ein Kanu-Training an. In Kooperation mit der Carl-Benz-Grundschule in Pfaffenrot wird im Lehrschwimmbecken in Spessart trainiert, dabei seid ihr ebenso als Hilfskraft tätig. Ihr unterstützt den Trainer bei den Übungen und Spielen, die den Kindern das Kajakfahren beibringen und bei denen sie viel Spaß haben. Gleichzeitig habt ihr hier die Möglichkeit, selber ein bisschen Kajakfahren zu lernen und zum Beispiel auch die Eskimorolle zu üben.

Jetzt aber noch zu einem sehr wichtigen Punkt in eurem freiwilligen Jahr, den Basketball-Heimspieltagen. Während der Basketballsaison finden sehr viele Heimspieltage statt. Diese sind alle in der Albgauhalle oder in der Kasernenhalle. Hier spielt ihr eine wichtige Rolle. Zu aller erst müssen die Spielfelder aufgebaut werden. Zu jedem Spielfeld gehört auch ein Anschreibertisch mit dem dazugehörigen Material. Auch bietet der TSV während eines solchen Tages ein breites Spektrum an Speis und Trank an. Dieses muss auch aufgebaut werden. Wenn die ersten Spiele beginnen, kann es sein, dass ihr selber an einem der Anschreibertische sitzt (wie das „Anschreiben“ funktioniert, bekommt ihr gezeigt und lernt ihr sicherlich auch ziemlich schnell) oder beim Verkauf mit dabei seid, Kaffee kocht oder euch zwischendurch einfach die Spiele anschauen könnt. Wenn die erste Spielrunde vorbei ist bekommt ihr die ganzen Spielbögen. Diese müssen dann ausgewertet werden. Das heißt, dass ihr zum einen das Ergebnis direkt auf die offizielle Seite des Basketballverbands ins Internet schreibt und zum anderen die Spielerauswertung macht ...wie viele Körbe, 3er, Freiwürfe wurden von den einzelnen Spielern erzielt. Auch diese Ergebnisse werden ins Internet übertragen.

Neben diesem wöchentlichen Programm gibt es immer wieder spezielle „TSV-Projekte“.
  • Der TSV wurde 100 Jahre, daher gab es im Jahr 2013 eine Jubiläumsbroschüre. Für das Titel- und Abschlussbild haben wir im Vorfeld einen Fototermin organisiert, zu dem die Mitglieder des TSV kommen durften, um sich mit ihrer Sportart auf den Bildern zu präsentieren. Auch haben wir dafür kleine Umfragen zum TSV gemacht, die ihr in der Broschüre nachlesen könnt.
  • Dann habe ich den Verein noch bei der Aktion „Alkoholfrei Sport genießen“ angemeldet und bei einem Heimspieltag einen Info-Tisch mit Materialien über Sucht, Alkohol und Sport ausgestellt.
  • Zwischendurch gab es Fotocollagen von besonderen Veranstaltungen und Erfolgen zusammenzustellen, welche wir dann im Vereinsraum aufgehängt haben oder auch beim Marktfest präsentierten.
  • Des Weiteren war ich dafür zuständig Termine zu koordinieren bzw. auch manchmal abzusagen, z.B. wenn ein Übungsleiter mal ausgefallen ist.
  • Diese Jahr wurde auch wieder das Basketball-Mini-Turnier durchgeführt. Dort war es meine Aufgabe eine Mannschaft zu coachen, vorher die Urkunden zu gestalten und bei der Organisation mitzuhelfen.
  • Beim TSV Ettlingen gibt es auch eine Jugendfreizeit an Pfingsten. Diese findet alle zwei Jahre statt, daher konnte ich dieses Jahr dort nicht mitwirken… dafür war ich aber über Ostern als Betreuerin der U17/U19 Mädchenmannschaft in Wien dabei. Dort war ein sehr großes Basketballturnier, wo Mannschaften aus ganz Europa angereist sind und ich hatte, zusammen mit dem Trainer, die Verantwortung für die Mädchen.

Und ein wichtiger Punkt noch zu guter Letzt:
Wenn ihr selbst Sport treibt (ich spiele Handball), werden Zeiten für euer Training und eventuelle Spiele vom TSV nach Möglichkeit freigehalten. So könnt ihr eurem Sport während des freiwilligen sozialen Jahres nach wie vor nachgehen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich jedem, der nach der Schule ein Jahr Pause vor dem Studium oder der Ausbildung haben möchte, ein FSJ empfehlen kann.

Mir hat das Jahr sehr gefallen. Einfach mal einen anderen Alltag erleben. Dem Lernstress entfliehen. Neue Erfahrungen machen. Viel mit Menschen, vor allem mit Kindern arbeiten. Ihnen neue Sachen beibringen, sie zum Lachen bringen und ganz viel Spaß zusammen haben. Andere FSJ’ler kennenlernen. Mit ihnen fünf tolle Wochen auf verschiedenen Sportschulen verbringen und neue Freundschaften schließen.

Ein FSJ beim TSV Ettlingen garantiert euch viel Abwechslung in der Arbeit, viel Bewegung, Eigenständigkeit,… und vieles mehr.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß und tolle Erfahrungen.

Eure Lara