Zwei Jahre lang war Maren Zimmer in der Jugendleitung des TSV Ettlingen aktiv. Nun gibt sie ihr Amt aus zeitlichen Gründen ab. Im Abschlussinterview blickt sie auf ihre Zeit in der Jugendleitung zurück, erzählt von besonderen Momenten, Herausforderungen und davon, warum Vereinsengagement für sie so wichtig ist.
Maren, wie bist du ursprünglich zum TSV gekommen und was hat dich dazu gebracht, dich selbst im Verein zu engagieren?
Zum TSV bin ich schon früh durch meinen Vater gekommen. Er war viele Jahre selbst als Spieler im Verein aktiv und ist seit einigen Jahren als Trainer tätig. Dadurch war ich schon als kleines Kind regelmäßig in den Hallen dabei und habe das Vereinsgeschehen miterlebt.
Der TSV war für mich schon immer ein Teil meines Lebens. Ich bin mit dem Verein aufgewachsen und habe dadurch auch viele Menschen kennengelernt. Irgendwann war es für mich selbstverständlich, nicht mehr nur dabei zu sein, sondern mich selbst einzubringen und etwas für den Verein zu tun.
Nach deinem FSJ beim TSV hast du dann die Jugendleitung übernommen. Wie kam es dazu?
Nach meinem FSJ beim TSV wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Jugendleitung zu übernehmen. Durch das FSJ hatte ich den Verein noch einmal aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Ich war noch jung und hatte natürlich Respekt vor der Verantwortung. Trotzdem dachte ich mir: Warum eigentlich nicht? Ich hatte Lust, mich noch weiter im Verein einzubringen, Dinge mitzugestalten und vor allem etwas für die Kinder und Jugendlichen im Verein zu tun.
Dass ich dann einstimmig gewählt wurde, hat mir natürlich zusätzlich das Vertrauen gegeben, dass mir die Aufgabe auch zugetraut wird.
Gibt es etwas, das du während deiner Zeit als Jugendleiterin angestoßen hast und auf das du besonders gerne zurückblickst?
Besonders gerne denke ich an die Zusammenarbeit mit unserem FSJler Sky zurück. Da ich selbst ein FSJ beim TSV gemacht habe, konnte ich mich gut in seine Situation hineinversetzen und wusste noch, wie es ist, wenn es viele neue Aufgaben und Termine gibt.
Deshalb war es mir wichtig, ihn gerade in seiner ersten Woche zu begleiten und ihm bei einigen Aufgaben zur Seite zu stehen, bei denen er später selbstständig unterwegs sein würde – zum Beispiel bei der Umsetzung des Bewegungsprogramms „PFiFF“ im Kindergarten oder bei der Basketball-Schul-AG.
Ich wollte ihm damit vor allem Sicherheit geben und gleichzeitig zeigen, dass er bei Fragen jederzeit auf mich zukommen kann.
Im Austausch mit Sky habe ich dann gemerkt, dass ihm diese Begleitung tatsächlich viel gebracht hat. Das hat mich sehr gefreut, weil ich das Gefühl hatte, meine eigenen Erfahrungen aus dem FSJ weitergeben und ihm den Einstieg dadurch etwas erleichtern zu können. Für mich war das eine kleine Idee, die im Alltag vielleicht nicht so groß wirkt, aber trotzdem einen Unterschied machen kann.
Gab es einen Moment, bei dem du gedacht hast: „Genau dafür mache ich das“?
Die Momente im Kinderturnen.
Sport ist gerade in der Kindheit sehr wichtig und ich glaube, das wird teilweise noch unterschätzt. Was Kinder in jungen Jahren an Bewegung und Sport mitnehmen, prägt oft ihren weiteren sportlichen Weg. Vielleicht bleiben sie später nicht bei genau der Sportart, mit der sie angefangen haben, aber sie entwickeln die Freude an Bewegung.
Gerade im Kinderturnen sind es dann die kleinen Erfolgserlebnisse: Wenn ein Kind eine Übung, die vorher nicht funktioniert hat, plötzlich schafft oder sich etwas traut, was es sich vorher nicht zugetraut hat. Wenn man diese Entwicklung über längere Zeit miterlebt, ist das für mich genau der Moment, bei dem ich denke: Dafür lohnt sich die ganze Arbeit.
Natürlich gab es neben den schönen Momenten auch Herausforderungen. Was war dein persönliches Lowlight?
Mein persönliches Lowlight war weniger ein einzelner Moment, sondern die Erfahrung, wie schwierig es ist, engagierte Menschen für die Vereinsarbeit zu finden.
Gerade im Kinderturnen habe ich über längere Zeit immer wieder Unterstützung gesucht und leider mit wenig Erfolg. Das ist frustrierend, weil man weiß, wie wichtig die Angebote für die Kinder sind, gleichzeitig aber auch selbst an die eigenen Grenzen kommt.
Ich habe dadurch noch einmal gemerkt, dass ein Sportverein vom Engagement lebt. Hinter jeder Trainingsstunde, jedem Angebot und jeder Veranstaltung stehen Menschen, die ihre Zeit investieren. Wenn diese Menschen irgendwann fehlen, werden zwangsläufig auch Angebote wegfallen.
Das nehme ich auf jeden Fall aus meiner Zeit als Jugendleiterin mit: Im Verein ist es wichtig, dass junge Menschen Lust bekommen, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen. Denn ohne Engagement funktioniert ein Verein langfristig nicht.
Nun hast du das Amt abgegeben. Die Entscheidung ist dir offenbar nicht leichtgefallen. Was waren die Gründe?
Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Gerade weil ich seit meiner Kindheit mit dem TSV verbunden bin und in den letzten Jahren viel Zeit und Energie in den Verein gesteckt habe, war es für mich keine einfache Entscheidung, die Jugendleitung abzugeben.
Ich habe die letzten Jahre viel gleichzeitig gemacht. Neben der Jugendleitung beim TSV bin ich auch in einem zweiten Verein als Jugendleiterin aktiv, habe das Kinderturnen beim TSV geleitet, bin als Tennistrainerin tätig und studiere Sport.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass es schwierig wird, allen Aufgaben so gerecht zu werden, wie ich es gerne möchte. Deshalb habe ich für mich entschieden, einen Schritt zurückzugehen und meine Schwerpunkte neu zu setzen. Ich möchte mich jetzt vor allem auf mein Sportstudium und das Tennistraining konzentrieren.
Was wirst du aus deiner Zeit als Jugendleiterin vermissen?
Trotzdem fällt mir der Abschied vom TSV schwer. Gerade die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hat mir sehr viel bedeutet und ich habe in den vergangenen Jahren viele schöne Erfahrungen gesammelt. Aber ich glaube, dass es manchmal auch wichtig ist, einen Schritt weiterzugehen und Raum für neue Menschen und neue Ideen zu schaffen.
Was möchtest du den Kindern, Jugendlichen, Eltern und Trainern des TSV zum Abschied gerne sagen?
Ich möchte vor allem Danke sagen.
Danke an alle Kinder und Jugendlichen, die den TSV mit Leben füllen und für die wir diese ganze Arbeit überhaupt machen. Danke an die Eltern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Und natürlich ein ganz großes Dankeschön an alle Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer und alle anderen Ehrenamtlichen, die Woche für Woche ihre Zeit in den Verein investieren.
Gerade das Thema Engagement ist mir zum Abschluss noch einmal wichtig. Ein Verein lebt von den Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zeit einzubringen. Das ist nicht selbstverständlich und verdient meiner Meinung nach viel mehr Wertschätzung.
Und ganz persönlich möchte ich mich natürlich auch bei Janne und Michi bedanken. Wir haben als Jugendleiterteam gut funktioniert. Wir konnten uns aufeinander verlassen, haben uns gegenseitig unterstützt und hatten immer viel Spaß. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese zwei Jahre mit euch an meiner Seite erleben durfte.
Ich gehe deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Jugendleitung abzugeben, fällt mir schwer, aber ich nehme viele schöne Erinnerungen und Erfahrungen mit.
Der TSV bleibt für mich weiterhin ein wichtiger Teil meines Lebens.
Danke, Maren!
Auch wir als TSV Ettlingen möchten uns bei Maren ganz herzlich für ihr Engagement bedanken. Mit viel Herzblut, Verantwortungsbewusstsein und persönlichem Einsatz hat sie sich für unsere Kinder und Jugendlichen eingesetzt und die Vereinsarbeit aktiv mitgestaltet. Wir wünschen Maren für ihr Sportstudium, ihre Tätigkeit als Tennistrainerin und alles, was vor ihr liegt, viel Erfolg und Freude. Und natürlich freuen wir uns, dass der TSV auch weiterhin ein Teil ihres Lebens bleiben wird. Danke für deine Zeit, deine Ideen und deinen Einsatz, Maren!

